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Pressebericht 20. Februar 2010

„Haben uns nicht mit Ruhm bekleckert“

 

Staatssekretär Andreas Scheuer spricht bei Fastenkundgebung über die A 94 und die Arbeit im Verkehrsministerium

 

 

Ehemaliger JU´ler im Kreis der Jungen Union Rottal-Inn: (von links) JU-Kreisschatzmeister Stefan Lang und JU-Kreisvorsitzender Kyrill Gabor MdB Andreas Scheuer (3.v.l.), und JU-Ortsvorsitzender Franz Reiter (Foto: Lang)

 

von Doris Altmannsberger

 

Dietersburg. Am Tag nach dem politischen Aschermittwoch eine Fastenkundgebung zu veranstalten, ist mutig. Dass es funktioniert, zeigt die CSU jedes Jahr wieder in Dietersburg. Zum kleinen 30. Jubiläum sprach am Donnerstag der parlamentarische Staatssekretär Andreas Scheuer im vollbesetzen Gasthaus Hendlmaier - und war am Ende froh, halbwegs gesund wieder nach Hause reisen zu können.

 

Nicht dass die Rottaler dem Passauer CSU-Bundestagsabgeordneten so zugesetzt hatten - vielmehr sah er sich umringt von Parteifreunden, die mit mehr oder weniger starken Hustenanfällen und Erkältungsbeschwerden zu kämpfen hatten. Betroffen unter anderem: Kreisvorsitzende MdL Reserl Sem und Bundestagsabgeordneter Max Straubinger. Wo allerdings sich die Beiden den fiesen Bazillus eingefangen hatten, war ebenfalls schnell klar: Sie müssten, so die Vermutung von Reserl Sem, die Erkältung wohl aus Passau, insbesondere vom politischen Aschermittwoch dort, eingeschleppt haben, bemerkte sie mit einem Augenzwinkern. Apropos Passau: Das hatte an diesem Abend das Nachsehen beim Hauptredner: „Ich hab mich in meinem Wahlkreis mit zwei Brauereien überworfen, weil die hätten heute nämlich ihren Starkbieranstich - aber ich habe gesagt, Rottal-Inn geht vor“, merkte Andreas Scheuer an.

 

Seit 2002 ist der 35-Jährige Bundestagsabgeordneter, seit Oktober letzten Jahres außerdem parlamentarischer Staatssektretär im Bundesverkehrsministerium unter Minister Peter Ramsauer, eine große Aufgabe für einen jungen Politiker, wie er selbst zugibt. In Dietersburg freilich, da haben sie es schon lange geahnt, dass aus „dem Andi mal was wird“, damals, als er noch JUler war und in der Gemeinde zu Gast, wie JU-Ortsvorsitzender Franz Reiter süffisant anmerkt. Schließlich sei es, ergänzt Bürgermeister Peter Plank, fast schon ein ehernes Gesetz, dass „jeder, der bei uns spricht, es zu was bringt.“ Nun sei der „Andi“ allerdings schon was, naja, mal sehen, „was da so noch alles kommt.“

 

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„Wir können keine Wunder wirken“

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Bei derartigen Vorschusslorbeeren lässt man sich dann doch gerne von links und rechts mit Erkältungs-Bazillen infizieren - und plaudert ein wenig aus dem Nähkästchen, wie es so ist im Berliner Verkehrsministerium. Da fällt zwangsläufig binnen weniger Minuten das magische Wort „A 94“, die Autobahn, auf die die Region mittlerweile schon drei Jahrzehnte lang wartet. „Das dauert schon viel zu lange“, ist sich auch der parlamentarische Staatssekretär bewusst, „egal unter welcher Regierung - da haben wir uns nicht mit Ruhm bekleckert.“ Wenn man für eine Autobahn 30 Jahre brauche, dann würde es den Bürgern irgendwann mal zu dumm, verständlich, so Scheuer, „aber wir können keine Wunder wirken.“ Freilich gehe es in kleinen Schritten voran, Planfeststellungsverfahren werden angestoßen, Kilometer für Kilometer voran getrieben, trotzdem formierten sich immer wieder Widerstände gegen den Bau der A 94, diese Gerichtsprozesse abzuwarten, „das kostet Zeit, Geld und Nerven.“
Erfolge indes konnte man verbuchen beim Feuerwehr-Führerschein, wo just ein Kompromiss mit der EU-Kommission gefunden wurde und jetzt weitere Gespräche geführt würden. Als Pendant zur Städtebauförderung gebe es nun ein Programm „ländliche Infrastruktur“, „man hat den ländlichen Bereich einfach viel zu lange vernachlässigt“, ist sich Scheuer bewusst, „aber so ist das nun mal, wenn der bisherige Verkehrsminister aus einer Stadt gekommen ist.“

 

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90 Minuten angeregte Diskussion

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Nun wäre die Fastenkundgebung in Dietersburg wie jede andere, wenn nach der Rede nicht noch eine Diskussionsrunde starten würde. Und die hat es, wie auch MdB Andreas Scheuer feststellen konnte, wahrlich in sich. Da ging es um die Zuganbindung nach München ebenso wie um den Donauausbau, die Besteuerung von Bio-Diesel und die Frage, wann denn nun endlich eine Autobahn-Vignette in Deutschland eingeführt wird. Ihrem Ärger über die Vorgehensweise bei der Flurbereinigung machten die Anwesenden ebenso Luft wie der Wut über die plötzliche Kehrtwende bei der Einspeisevergütung für Photovoltaik-Strom. Dass am Ende weder Erkältungs-Bazillen noch der Sturm der Diskussionsbeiträge den Staatssektretär zusetzen konnten, zeigt die Tatsache, dass er auch nach fast vier Stunden in Dietersburg auf dem Parkplatz noch Zeit hat für ein Gespräch über die Ortsumfahrung Brombach. Als Dank gibt es dafür von den Rottaler Partei-Kollegen das obligatorische Brotzeit-Körberl samt hochprozentiger „Medizin“ - falls er sich dann doch mit dem Rottaler Virus infiziert hat.

 

 

Als Dankeschön gab es Brot, Geräuchertes und „Medizin“ für MdB Andreas Scheuer (3.v.l.), überreicht von (v.l.) Bundeswahlkreisgeschäftsführer Karl Altmann, Bürgermeister Peter Plank, JU-Ortsvorsitzendem Franz Reiter, MdL Reserl Sem, Fraktionssprecher Michael Fahmüller, MdB Max Straubinger, JU-Schatzmeister Stephan Lang und JU-Kreisvorsitzendem Kyrill Gabor. (Foto: Altmannsberger)

 
 

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Letzte Aktualisierung dieser Seite 23.01.2012